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Auf den Domstufen
zwischen Dom und Severi-Stiftskirche feierte am
vergangenen Samstagabend (13.08.2005) Andrew
Lloyd Webbers Rockoper "Jesus Christ
Superstar" ihre Premiere. Generalintendant Guy Montavon stimmte
das Publikum mit seiner nicht ganz ernst gemeinten Aufforderung zum
Mitsingen, zum Rauchen von Haschisch und zum Küssen Fremder auf eine
bunte, unterhaltsame, stellenweise aber auch wirklich packende
Inszenierung ein. Am Premierenabend meinte es auch Petrus gut mit
Premierengästen und Akteuren; das Wetter spielte mit.
Eine stärker
werkimmanent orientierte Umsetzung hätte Webbers Werk
wesentlich besser gestanden. Auch im Detail finden sich
Ungereimtheiten: Da hört man, daß Judas "in Silber" bezahlt wird, sieht
aber einen Koffer mit dickem Dollar-Zeichen und Scheinen. Wenn man dann
wenigstens den Text entsprechend geändert hätte (was aus rechtlichen
Gründen wahrscheinlich nicht möglich ist), wäre dies ja noch sinnvoll
gewesen.
weiter unten mehr.)
Die mit vielen Lichteffekten (Frank Zimmermann) arbeitende
Bühnenausstattung (Thomas
Gruber) wirkt flächenfüllend. Glücklicherweise hat man noch kurz
vor
der Premiere Lasereffekte, deren Symbolik zwar gelungen war, die aber
zu
sehr von den Solisten ablenkten, gestrichen. Leider hat man auch die
Schlußszene und ihren Lasereffekt noch umgestellt. Während der Proben
erschien diese Szene zwar nicht perfekt, aber durch den Laser, der sehr
gut zu den Domstufen paßte, hatte sie
einen eigenen Charakter. Jetzt wirkt sie immer noch unfertig und
erinnert zudem
sehr an die Bad Hersfelder
Inszenierung, die dort drei Sommer lang zu sehen war - wobei der
dortige "Tunnel" weitaus effektvoller war.
Premerenabend erst einmal warm gespielt hatte, klang die Partitur unter
seinem Dirigat so, wie sie klingen sollte.
Petra Madita Kübitz
in der
Rolle der Maria Magdalena zeigt sich gesanglich tadellos, und auch ihre
schauspielerische Darstellung überzeugt, wenn sie bei ihren Solonummern
vielleicht auch noch mehr Präsenz vertragen könnte.
Erwähnt seien auch noch Luis Lay als Simon Zelotes, der
keine schlechte Leistung bringt, stimmlich aber an seine Grenzen zu
stoßen scheint, und die Soulgirls Amanda
Whitford - dem Musicalpublikum in dieser Rolle noch aus Bad
Hersfeld in guter Erinnerung, Jennifer
Boone und Julia Leinweber,
die mit viel Elan bei der Sache sind.