"Chess" an der Staatsoperette Dresden:Irgendwo zwischen schwarz und weiß |
![]() Frederick Trumper (Chris Murray) meditiert in Bangkok. (Fotos: Kai-Uwe Schulte-Bunert) |
Am 27.
Juni 2008 feierte das Andersson/Rice/Ulvaeus-Musical "Chess" an
der Staatsoperette Dresden Premiere. Tim Rice war durch die
legendäre Schachweltmeisterschaft 1972, in der die Sowjetunion mit
ihrem Spieler Boris Spasski nach jahrzehntelanger Herrschaft im
Schachbereich vom jungen Amerikaner Bobby Fischer entthront wurde,
inspiriert worden. Mitte der 80er Jahre sprach er die beiden
Ex-ABBA-Männer Benny Andersson und Björn Ulvaeus
darauf an, ein Musical vor dem Hintergrund des Kalten Krieges zu
schreiben - mit Erfolg.
offiziell mit Florence zusammmen leben.
Letzterer, vor allem in den Liedtexten, liegt einer der
Schwachpunkte dieser Produktion: Da haben deutsche Worte mehr Silben
als die englische Vorlage und lassen den Text holprig wirken. Reime
gehen verloren. So hört man zum Beispiel in einer der
stärksten Nummern der Show, "I know him so well" (dt.: "Ich
weiß, was er fühlt"): "War es nicht gut? [...] War er nicht
toll? [...] Ist es nicht Wahnsinn? Er ist nicht mein", während es
im Original heißt: "Wasn't it good? [...] Wasn't he fine? [...]
Isn't it madness? He won't be mine". Es wird auch schon mal ein
englisches Wort durch ein anderes Wort aus dem Englischen ersetzt:
"arbiter" = "Referee" (Schiedsrichter). "One Night in Bangkok" hat
seine Originaltitelzeile behalten. Da wünscht man sich elegantere
Lösungen.
Londoner Version sind enthalten.
Strickanzügen oder dem vom Publikum mit starkem
Applaus quittierten "Kosakentanz" - fühlte ich mich in eine
Miniaturausgabe des Berliner Friedrichstadtpalastes versetzt. Dazu trug
auch die erhöhte Positionierung des Orchesters auf der Bühne
bei. Unterhaltsam ist diese revuemäßige Art der
Szenenpräsentation auf jeden Fall.
Reihen)
größtenteils durch die Tänzer versperrt.
ein Mann
antwortete: "Es hat doch noch gar nicht angefangen!" Den diffusen
Beginn von "One Night in Bangkok" - der Kenner des Liedes weiß,
was
gemeint ist - hatte er wohl für das Stimmen der Instrumente
gehalten...
unterbringen und dem Stück so mehr Tiefgang geben
können.