"Jekyll & Hyde" an der Staatsoperette Dresden:Eine sehenswerte Wiederaufnahme |
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Hat man
bereits verschiedene Inszenierungen des Musicals gesehen, so
eröffnet einem die Dresdner Version zwar keine komplett
andere Sichtweise des Stücks, aber man entdeckt dennoch gute neue
Einzelheiten.
Dem Stoff wird hier nicht - wie andernorts schon geschehen - mit Gewalt
eine fragwürdige bis gänzlich unverständliche
Interpretation aufgepfropft, sondern die Geschichte des Arztes mit der
gespaltenen Persönlichkeit wird hier einfach klar erzählt.
Damit hebt sich die Inszenierung von Winfried Schneider, der
auch für die Choreografie gesorgt hat, wohltuend von manch einer
überfrachteten Version ab.
Die
Dresdner Produktion liegt darauf weniger Gewicht.
Eine zentrale Aussage Dr. Jekylls, die in der Regel gestrichen wird,
ist in dieser Fassung aber glücklicherweise enthalten: "Nur ein
Gesetz bleibt für immer besteh'n: Veränderung ist nicht zu
umgeh'n; Veränderung ist nicht zu umgeh'n." Damit deuten sich die
bevorstehenden Ereignisse schon zu Beginn an. Verzichtet wurde dagegen
auf Emmas (= Lisa) letzte Zeilen "Du bist frei nun; 's ist vorbei nun,
denn du bist bei mir". Inhaltlich kann man das sicher tun, weil die
Fakten auch hier offensichtlich sind - Jekyll ist tot; den
musikalischen Bezug, den
diese Stelle im Stück nimmt, hätte ich jedoch gerne gehabt.
Er ist auch nicht unwichtig für die Charakterisierung Emmas als
Frau, die durch alle Höhen und Tiefen an Jekylls Seite bleibt.
Abwechslungsreich
in Szene gesetzt wurde die "Mörder"-Sequenz. Die
Dresdner Produktion war für mich hier die erste, in der der
Zeitungsjunge (Valentin Richter) tatsächlich nicht von
einem Erwachsenen gespielt wird. Prima! Der Kinderchor der
Staatsoperette Dresden ist in weiteren Rollen mit von der Partie. So
sorgt er für eine realistische Beerdigungsszene mit "Messdienern".
Facetten
seines Bühnencharakters ab.